
Die Diagnose Demenz verändert für Betroffene und Angehörige oft vieles auf einmal. Neben Unsicherheit und Sorgen entstehen meist ganz praktische Fragen: Was bedeutet die Diagnose genau? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Was sollten wir jetzt organisieren? Und wie können wir möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben unterstützen?
Wichtig ist: Eine Demenzdiagnose bedeutet nicht, dass von einem Tag auf den anderen alle Fähigkeiten verloren gehen. Viele Menschen können insbesondere in frühen Krankheitsstadien ihren Alltag noch weitgehend selbstständig gestalten. Gleichzeitig ist es sinnvoll, medizinische, persönliche, rechtliche und organisatorische Fragen frühzeitig zu klären.
Die aktuelle S3-Leitlinie Demenzen 2026 bildet eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für Diagnostik, Therapie und Versorgung von Menschen mit Demenz.
Diagnose Demenz – was ist jetzt wichtig?
Nach einer bestätigten Diagnose müssen nicht alle Entscheidungen sofort getroffen werden. Hilfreich ist es, die nächsten Schritte gemeinsam und entsprechend der individuellen Situation zu planen.
Besonders wichtig sind:
Die genaue Diagnose und Demenzform verstehen
Behandlungsmöglichkeiten mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen
Wünsche der betroffenen Person respektieren und sie in Entscheidungen einbeziehen
Alltag und Selbstständigkeit möglichst gut unterstützen
Angehörige und andere Vertrauenspersonen einbeziehen
Unterstützungs- und Beratungsangebote nutzen
Pflege- und Unterstützungsbedarf frühzeitig klären
Rechtliche und finanzielle Vorsorge besprechen
Ein tragfähiges Unterstützungsnetzwerk aufbauen
Auch die Belastung der Angehörigen ernst nehmen
Die NICE-Leitlinie zur Demenzversorgung empfiehlt ausdrücklich, Menschen mit Demenz möglichst früh und fortlaufend in Entscheidungen über ihre Versorgung einzubeziehen und ihnen sowie ihren Angehörigen verständliche Informationen über Diagnose, Verlauf und Unterstützungsmöglichkeiten anzubieten.
Was bedeutet die Diagnose Demenz?
Demenz ist keine einzelne Krankheit, sondern ein klinisches Syndrom, das durch unterschiedliche Erkrankungen oder Schädigungen des Gehirns verursacht werden kann.
Dabei können verschiedene kognitive Fähigkeiten beeinträchtigt sein, beispielsweise:
Gedächtnis,
Orientierung,
Sprache,
Aufmerksamkeit,
Planung und Problemlösung,
Urteilsvermögen sowie
die Fähigkeit, komplexe Tätigkeiten des Alltags selbstständig durchzuführen.
Entscheidend ist nicht allein eine nachlassende Gedächtnisleistung. Für die medizinische Beurteilung ist insbesondere relevant, wie sich die kognitiven Veränderungen auf den Alltag und die Selbstständigkeit auswirken.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt Demenz als Folge verschiedener Erkrankungen und Schädigungen des Gehirns. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache und dürfte für etwa 60–70 % der Demenzfälleverantwortlich sein.
Weltweit lebten nach den aktuellsten WHO-Angaben im Jahr 2021 etwa 57 Millionen Menschen mit Demenz. Jährlich kommen nahezu zehn Millionen neue Erkrankungsfälle hinzu.
Auch in Österreich nimmt die Bedeutung von Demenzerkrankungen aufgrund der demografischen Entwicklung zu. Der Österreichische Demenzbericht 2025 fasst den aktuellen wissenschaftlichen Wissensstand zu Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Versorgung zusammen.
Welche Demenzformen gibt es?
Hinter einer Demenz können unterschiedliche Erkrankungen stehen.
Zu den wichtigsten Formen beziehungsweise Ursachen gehören:
Alzheimer-Krankheit
vaskuläre Demenz
Lewy-Körper-Demenz
frontotemporale Demenz
Demenz bei Parkinson-Krankheit
Daneben können Mischformen auftreten. Insbesondere im höheren Lebensalter können mehrere krankhafte Veränderungen gleichzeitig vorhanden sein.
Die genaue Zuordnung ist wichtig, weil sich Symptome, Verlauf und teilweise auch die Behandlungsmöglichkeitenunterscheiden können.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem ausführlichen Überblick zu den Demenzformen.
Wie wird eine Demenz diagnostiziert?
Eine Demenzdiagnose sollte nicht allein anhand eines einzelnen Gedächtnistests gestellt werden.
Die aktuelle S3-Leitlinie Demenzen 2026 und die internationale NICE-Leitlinie zur Demenzdiagnostik sehen eine umfassende diagnostische Abklärung vor.
Anamnese und Fremdanamnese
Zunächst werden Beschwerden, Veränderungen und deren Auswirkungen auf den Alltag erhoben.
Neben der betroffenen Person können – mit deren Einverständnis – auch Angehörige oder andere nahestehende Personen wichtige Beobachtungen beitragen.
Kognitive Untersuchungen
Standardisierte kognitive Testverfahren können unter anderem Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache, Orientierung und weitere kognitive Fähigkeiten untersuchen.
Ein auffälliger Testwert allein beweist jedoch keine Demenz. Ebenso kann ein unauffälliges Testergebnis eine Demenz nicht in jedem Fall sicher ausschließen.
Das betont ausdrücklich auch die NICE-Leitlinie NG97.
Körperliche und neurologische Untersuchung
Eine ärztliche Untersuchung gehört zur diagnostischen Abklärung. Dabei werden auch Erkrankungen berücksichtigt, die kognitive Beschwerden verursachen oder verstärken können.
Laboruntersuchungen
Blutuntersuchungen können helfen, mögliche behandelbare oder mitverursachende Faktoren zu erkennen beziehungsweise auszuschließen.
Dazu können abhängig von der individuellen Situation beispielsweise Stoffwechselstörungen, Schilddrüsenerkrankungen oder Vitaminmangelzustände gehören.
Bildgebung des Gehirns
Je nach Fragestellung können Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt werden.
Bildgebende Verfahren können unter anderem dabei helfen, vaskuläre Veränderungen, strukturelle Veränderungen oder andere Erkrankungen zu erkennen und die Zuordnung einer Demenzform zu unterstützen.
Das österreichische öffentliche Gesundheitsportal beschreibt den diagnostischen Ablauf ausführlich unter Demenz: Diagnose.
Weiterführende Diagnostik
In bestimmten Situationen können zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein, beispielsweise:
ausführliche neuropsychologische Diagnostik,
Liquoruntersuchungen,
spezielle PET-Untersuchungen oder
weitere Biomarkerdiagnostik.
Welche Untersuchungen erforderlich sind, hängt von Symptomen, Alter, Krankheitsverlauf und der konkreten diagnostischen Fragestellung ab.
Warum ist die genaue Demenzform wichtig?
„Demenz“ beschreibt zunächst ein Syndrom. Für Behandlung und Beratung ist jedoch entscheidend, welche Erkrankung die kognitiven Veränderungen verursacht.
Eine Alzheimer-Krankheit kann beispielsweise andere therapeutische Überlegungen erfordern als eine Lewy-Körper-Demenz, eine vaskuläre Demenz oder eine frontotemporale Demenz.
Außerdem können Beschwerden auftreten, die einer Demenz ähneln oder kognitive Probleme verstärken.
Dazu gehören beispielsweise:
Depressionen,
Delir,
Medikamentennebenwirkungen,
Schilddrüsenerkrankungen,
bestimmte Vitaminmangelzustände,
Schlafstörungen,
Infektionen,
Seh- oder Hörbeeinträchtigungen und
andere neurologische oder internistische Erkrankungen.
Die NICE-Leitlinie empfiehlt deshalb ausdrücklich, mögliche behandelbare beziehungsweise reversible Ursachen kognitiver Einschränkungen im Rahmen der Diagnostik zu berücksichtigen.
Was passiert nach der Diagnose?
Eine Diagnose sollte nicht das Ende der medizinischen Abklärung darstellen, sondern der Ausgangspunkt für eine individuelle Behandlungs-, Unterstützungs- und Versorgungsplanung sein.
Abhängig von Demenzform, Krankheitsstadium und persönlicher Situation können verschiedene Maßnahmen sinnvoll sein.
Dazu gehören unter anderem:
medikamentöse Behandlung,
Behandlung bestehender Begleiterkrankungen,
nichtmedikamentöse Interventionen,
Unterstützung der Selbstständigkeit,
körperliche und soziale Aktivität,
Anpassung des Wohn- und Lebensumfelds,
Beratung und Schulung von Angehörigen sowie
psychosoziale Unterstützung.
Welche Maßnahmen geeignet sind, sollte individuell mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten sowie gegebenenfalls weiteren Gesundheits- und Sozialberufen abgestimmt werden.
Kann man das Fortschreiten einer Demenz verlangsamen?
Diese häufige Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.
Der Verlauf einer Demenzerkrankung hängt unter anderem von der zugrunde liegenden Erkrankung, dem Krankheitsstadium, Begleiterkrankungen und individuellen Faktoren ab.
Eine bereits bestehende Demenz kann derzeit in der Regel nicht geheilt werden. Es stehen jedoch je nach Demenzform unterschiedliche medikamentöse und nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Ziele einer Behandlung können sein:
Symptome zu lindern,
vorhandene Fähigkeiten möglichst gut zu unterstützen,
Selbstständigkeit und Teilhabe zu fördern,
Begleiterkrankungen optimal zu behandeln und
Lebensqualität zu erhalten.
Die WHO hat 2026 ihre Empfehlungen zur Reduktion des Demenzrisikos aktualisiert. Die WHO-Leitlinie zur Risikoreduktion von kognitivem Abbau und Demenz beschäftigt sich insbesondere mit beeinflussbaren Risikofaktoren.
Diese Empfehlungen zur Risikoreduktion dürfen jedoch nicht mit dem Versprechen verwechselt werden, eine bereits diagnostizierte Demenz durch Lebensstilmaßnahmen stoppen oder heilen zu können.
Selbstbestimmung nach einer Demenzdiagnose
Menschen mit Demenz sollten möglichst lange selbst über ihr Leben entscheiden und in Entscheidungen einbezogen werden.
Eine Diagnose bedeutet nicht automatisch den Verlust der Entscheidungsfähigkeit.
Gerade in frühen Krankheitsstadien können Betroffene deshalb gemeinsam mit Angehörigen wichtige Fragen für die Zukunft besprechen:
Wie möchte ich weiterhin leben?
Welche Unterstützung wünsche ich?
Welche Personen sollen mich unterstützen?
Welche medizinischen Wünsche habe ich?
Wie möchte ich meine finanziellen und rechtlichen Angelegenheiten regeln?
Was ist mir für eine spätere Betreuung besonders wichtig?
Die NICE-Leitlinie empfiehlt ausdrücklich, Menschen mit Demenz frühzeitig Möglichkeiten zur Zukunftsplanung anzubieten.
Vorsorgevollmacht und rechtliche Fragen frühzeitig klären
Solange die betroffene Person entscheidungsfähig ist, kann es sinnvoll sein, rechtliche Vorsorge zu treffen.
In Österreich bietet insbesondere die Vorsorgevollmacht die Möglichkeit festzulegen, wer bestimmte Angelegenheiten übernehmen soll, wenn die eigene Entscheidungsfähigkeit später nicht mehr gegeben sein sollte.
Informationen zu Voraussetzungen, Registrierung und rechtlichen Rahmenbedingungen bietet das Öffentliche Gesundheitsportal Österreich – Vorsorgevollmacht.
Je nach persönlicher Situation können zusätzlich Themen wie Patientenverfügung, Erwachsenenvertretung, Vermögensfragen oder zukünftige Wohn- und Betreuungssituationen relevant werden.
Bei konkreten rechtlichen Fragen sollte eine entsprechende juristische beziehungsweise notarielle Beratung erfolgen.
Pflegegeld und Unterstützungsangebote prüfen
Eine Demenz kann im Verlauf zu einem zunehmenden Unterstützungs- und Pflegebedarf führen.
Deshalb kann es sinnvoll sein, frühzeitig zu klären:
Welche Unterstützung wird aktuell benötigt?
Welche Entlastungsangebote gibt es?
Besteht Anspruch auf Pflegegeld?
Welche mobilen Dienste sind verfügbar?
Welche Tagesbetreuung oder andere Betreuungsformen kommen infrage?
Welche Angebote gibt es für Angehörige?
Eine Übersicht über österreichische Beratungs-, Unterstützungs- und Finanzierungsmöglichkeiten bietet das Öffentliche Gesundheitsportal Österreich – Demenz: Beratung & Hilfe.
Wie können Menschen mit Demenz unterstützt werden?
Die Unterstützung sollte sich nicht ausschließlich an Defiziten orientieren.
Menschen mit Demenz verfügen weiterhin über persönliche Ressourcen, Bedürfnisse, Fähigkeiten, Beziehungen und Lebenserfahrungen.
Die NICE-Leitlinie stellt deshalb die personenzentrierte Begleitung in den Mittelpunkt einer guten Demenzversorgung.
Dabei geht es unter anderem um:
vorhandene Fähigkeiten zu unterstützen,
Selbstständigkeit möglichst lange zu fördern,
vertraute Routinen zu erhalten,
soziale Kontakte und Teilhabe zu ermöglichen,
Kommunikation an individuelle Bedürfnisse anzupassen,
Sicherheit zu schaffen und
persönliche Wünsche und Gewohnheiten zu berücksichtigen.
Genau hier setzt auch die FELIX-METHODE © an: Sie verbindet personenzentrierte Demenzbegleitung mit biografischer Orientierung, individuellen Ressourcen und der konkreten Lebenssituation des Menschen.
Die FELIX-METHODE ersetzt keine medizinische Diagnostik oder Therapie, sondern ergänzt diese durch psychosoziale Beratung und individuelle Begleitung.
Warum Angehörige ebenfalls Unterstützung brauchen
Eine Demenzerkrankung betrifft nicht nur die erkrankte Person.
Angehörige übernehmen häufig über Jahre einen erheblichen Teil der Betreuung, Organisation und emotionalen Begleitung.
Die Weltgesundheitsorganisation weist darauf hin, dass weltweit ein wesentlicher Teil der Versorgung von Menschen mit Demenz durch Familienangehörige und andere informell Pflegende erbracht wird. WHO – Dementia Fact Sheet
Die NICE-Leitlinie empfiehlt deshalb gezielte psychoedukative Unterstützung und Kompetenztraining für Angehörige.
Dazu gehören beispielsweise:
Wissen über Demenz und mögliche Veränderungen,
Strategien für schwierige Alltagssituationen,
Unterstützung bei der Kommunikation,
Umgang mit Verhaltensänderungen,
Planung sinnvoller gemeinsamer Aktivitäten,
Informationen über Unterstützungsangebote,
Zukunftsplanung sowie
Aufmerksamkeit für die eigene körperliche und psychische Gesundheit.
Demenzberatung: Orientierung nach der Diagnose
Nach einer Diagnose entstehen häufig viele Fragen, die im ärztlichen Gespräch aus Zeitgründen nicht vollständig geklärt werden können.
Eine Demenzberatung kann dabei helfen, medizinische Informationen besser einzuordnen und daraus praktische Schritte für den Alltag abzuleiten.
Bei FELiX unterstützen wir Betroffene und Angehörige beispielsweise bei Fragen wie:
Wie sprechen wir innerhalb der Familie über die Diagnose?
Wie gehen wir mit Veränderungen im Alltag um?
Wie können vorhandene Fähigkeiten unterstützt werden?
Wie können Konflikte reduziert werden?
Wie kommunizieren wir bei zunehmenden kognitiven Veränderungen?
Welche Unterstützung benötigen Angehörige?
Wie können Aufgaben innerhalb der Familie verteilt werden?
Welche nächsten Schritte sind jetzt wirklich wichtig?
Die Beratung orientiert sich dabei an der individuellen Lebenssituation der betroffenen Person und ihrer Familie.
Eine Demenzberatung ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder medizinische Behandlung.
Die ersten Schritte nach der Diagnose auf einen Blick
Nach einer Demenzdiagnose kann folgende Reihenfolge Orientierung geben:
1. Diagnose verstehen
Lassen Sie sich Demenzform, Befunde und mögliche weitere Untersuchungen erklären.
2. Behandlung besprechen
Klären Sie mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt, welche Therapie- und Kontrollmöglichkeiten sinnvoll sind.
3. Betroffene Person einbeziehen
Wünsche, Bedürfnisse und Entscheidungen der betroffenen Person sollten möglichst lange im Mittelpunkt stehen.
4. Unterstützung organisieren
Familie, Beratungsstellen, medizinische Versorgung und gegebenenfalls Pflegeangebote sollten miteinander vernetzt werden.
5. Rechtliche und finanzielle Vorsorge klären
Vorsorgevollmacht, Pflegegeld und andere wichtige Fragen sollten möglichst früh besprochen werden.
6. Angehörige entlasten
Betreuung sollte langfristig auf mehrere Schultern verteilt werden.
7. Nicht nur die Krankheit sehen
Auch mit Demenz bleiben Persönlichkeit, Beziehungen, Emotionen, Bedürfnisse und individuelle Fähigkeiten bedeutsam.
Wann ist rasche medizinische Hilfe erforderlich?
Eine Demenz entwickelt sich typischerweise nicht innerhalb weniger Stunden.
Kommt es plötzlich zu einer starken Veränderung von Aufmerksamkeit, Orientierung oder Verhalten, sollte dies zeitnah medizinisch abgeklärt werden.
Mögliche Ursachen können beispielsweise sein:
Delir,
Infektionen,
Flüssigkeitsmangel,
Schmerzen,
Medikamentennebenwirkungen,
Stoffwechselstörungen oder
akute neurologische Erkrankungen.
Eine plötzliche Verschlechterung sollte daher nicht vorschnell als „Fortschreiten der Demenz“ interpretiert werden.
Wissenschaftliche Grundlagen und weiterführende Informationen
DGN / DGPPN – S3-Leitlinie Demenzen, Living Guideline 2026
Aktuelle evidenzbasierte Empfehlungen zu Diagnostik, Therapie und Versorgung von Demenzerkrankungen.
S3-Leitlinie Demenzen – AWMF
World Health Organization (WHO) – Dementia, 2026
Aktuelle internationale Informationen zu Häufigkeit, Ursachen und Auswirkungen von Demenzerkrankungen.
WHO – Dementia Fact Sheet
World Health Organization – Risk reduction of cognitive decline and dementia, 2nd edition, 2026
Aktuelle WHO-Empfehlungen zur Reduktion beeinflussbarer Demenzrisiken.
WHO – Risk reduction of cognitive decline and dementia
National Institute for Health and Care Excellence (NICE) – Dementia NG97
Internationale Leitlinie zu Diagnostik, Behandlung, personenzentrierter Versorgung und Unterstützung von Angehörigen.
NICE – Dementia: assessment, management and support
Gesundheit Österreich GmbH – Österreichischer Demenzbericht 2025
Aktueller Bericht zu Epidemiologie, Versorgung, Prävention, Diagnostik und Therapie in Österreich.
Österreichischer Demenzbericht 2025
Öffentliches Gesundheitsportal Österreich – Demenz: Diagnose
Informationen zur medizinischen Diagnostik und zu Untersuchungsverfahren in Österreich.
Gesundheit.gv.at – Demenz: Diagnose
Medizinischer Hinweis
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle medizinische Beratung.
Eine Demenzdiagnose sowie die Bestimmung der zugrunde liegenden Erkrankung gehören in ärztliche beziehungsweise fachärztliche Hände. Bei neu auftretenden oder sich verstärkenden kognitiven Beschwerden sollte eine medizinische Abklärung erfolgen. Plötzlich auftretende Verwirrtheit oder starke Veränderungen des Bewusstseins, der Aufmerksamkeit oder des Verhaltens sollten zeitnah ärztlich beurteilt werden.
Fachlich geprüft von Andrea Stix, MSc – akademische Demenzexpertin.
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Typische Fragen betreffen den Beginn und Verlauf der Symptome, Veränderungen im Alltag, familiäre Vorerkrankungen sowie aktuelle Medikamente und Lebensgewohnheiten. Auch nach Stimmung, Schlaf und sozialem Rückzug wird gefragt, um andere Ursachen wie Depression abzugrenzen. Angehörige werden oft zusätzlich befragt, da sie Veränderungen manchmal objektiver einschätzen können.
Ja, im Frühstadium können sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Bewegung, geistige Aktivität und die Behandlung von Risikofaktoren den Krankheitsverlauf bei manchen Betroffenen für eine gewisse Zeit verlangsamen. Eine vollständige Aufhaltung oder Heilung ist nach aktuellem Wissensstand jedoch nicht möglich. Je früher mit unterstützenden Maßnahmen begonnen wird, desto größer ist häufig der positive Effekt auf die Lebensqualität.
Zunächst folgt ein ausführliches Gespräch über Krankengeschichte und Beschwerden, oft mit Angehörigen. Danach werden standardisierte Kurztests zu Gedächtnis, Sprache und Orientierung durchgeführt. Je nach Ergebnis schließen sich Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren wie MRT an. Der gesamte Prozess kann sich über mehrere Termine erstrecken.
Von den ersten Auffälligkeiten bis zur gesicherten Diagnose können mehrere Wochen bis Monate vergehen, da verschiedene Untersuchungen und Termine nötig sind. Wartezeiten auf spezialisierte Gedächtnisambulanzen können den Prozess zusätzlich verlängern. Diese Zeit ist für Familien oft belastend – der Kontakt zu einer Beratungsstelle kann in dieser Phase helfen.
Der Hausarzt ist meist die erste Anlaufstelle: Er kennt die Krankengeschichte, kann erste Tests durchführen und andere Ursachen mittels Blutuntersuchung ausschließen. Bei Bedarf überweist er an spezialisierte Fachärzte oder eine Gedächtnisambulanz. Er begleitet Betroffene und Familien häufig auch langfristig, etwa bei der Medikamentenüberwachung.
Alzheimer ist die häufigste Demenzform, aber nicht die einzige – Demenz ist der übergeordnete Begriff für ein Syndrom mit verschiedenen möglichen Ursachen. Die Unterscheidung gelingt durch Symptommuster, Bildgebung und manchmal Biomarker. Zu Lebzeiten ist die Diagnose meist eine 'wahrscheinliche' Alzheimer-Demenz. Für die Behandlung ist die genaue Unterscheidung dennoch hilfreich.
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